Energieeffizienz im Büro


Zuletzt aktualisiert von Rolf Gloor am 05.06.2013

Artikel Introbild
In einem Büroraum wird der Stromverbrauch von den Bürogeräten und der künstlichen Beleuchtung dominiert. Einige Büroräume verfügen über eine Lüftungsanlage oder eine Klimaanlage. In der Vergangenheit wurden meistens zu grosse Lüftungsanlagen installiert, weil man von zu hohen internen Wärmelasten ausgegangen war. Der Trend zu energiesparenden Bürogeräten verstärkt diese Fehldimensionierung.
Büro Ziel Durchschnitt
25% 40% Bürogeräte
20% 35% Beleuchtung
10% 20% Lüftungsanlage
4% 5% Diverse
59% 100% Summe Stromverbrauch
Anteil der Stromverbraucher in einem Büroraum ohne Klimaanlage. Grün: Zielwert, Rot: Einsparpotential
(Quelle: Schätzung Gloor)

Kennzahlen

VergleichsgrösseDurchschnittZielwert
Stromverbrauch pro m² Bürofläche und Jahr 120 kWh/m²a 20 kWh/m²a
Heizenergieverbrauch pro m² Bürofläche und Jahr 100 kWh/m²a 50 kWh/m²a
Die Kennzahlen von der WKO stimmen gut mit denen vom ewz überein.
(Quelle: WKO 2003, Zielwerte von Gloor)

Energiesparmassnahmen

ProzessMassnahmeBemerkungen
Bürogeräte Bürogeräte erst einschalten, wenn man sie benötigt und abschalten (vom Netz trennen) wenn man sie nicht mehr braucht. Der Energiesparmodus sollte bei allen Geräten aktiviert sein. Neugeräte sollten das Energielabel A tragen. Ein 100 Watt Monitor braucht bei 1000 anstelle von 1500 Stunden im Jahr 50 kWh (etwa 10 Franken) weniger Strom.
Netzschalter Ältere Kopierer und andere Geräte nehmen bis 40 Watt Leistung auf, auch wenn Sie abgeschaltet sind. Mit dieser relativ grossen Dauerleistung will der Hersteller verhindern, dass sich bei feuchtem Klima (z.B. Tropen) Kondenswasser in den Geräten bilden kann. Eine Schaltuhr spart bei 30 W Stillstandsverlusten über 6000 Stunden 180 kWh im Jahr (36 Franken).
Tageslichtnutzung Die meisten Büroräume verfügen über Fensterflächen, welche mit Lamellenstoren abgedunkelt werden, um die Blendwirkung auf den Monitoren zu vermeiden oder aus Gewohnheit. Es gibt aber auch Storen, welche das Licht im oberen Teil in den Raum eindringen lassen. Bei der Anordnung der Arbeitsplätze sollte das Tageslicht besser berücksichtigt werden. Eine Umstellung wirkt oft auch sehr belebend auf die Bürobenützer.
Bürobeleuchtung Am effizientesten ist eine künstliche Beleuchtung mit Leuchtstofflampen. Die Leuchten sollten sauber sein, in Reihen parallel zur Fensterfront gruppiert sein und entsprechend den Lichtverhältnissen manuell oder automatisch geschaltet oder gedimmt werden. Die Lichtschalter sollten verständlich beschriftet und am Eingang gut erreichbar sein. Für besonders helles Licht am Arbeitsplatz eignen sich Schreibtischleuchten mit Leuchtstofflampen. Bei der Sanierung einer Beleuchtungsanlage sind elektronische Schaltgeräte einzusetzen. Sie verhindern das Flackern und reduzieren den Stromverbrauch. Es ist auch der Einsatz einer automatischen Lichtsteuerung zu prüfen.
Nebenraum-
beleuchtung
Im Treppenhaus, in Gängen und Nebenräumen wie Archiven lässt sich die Beleuchtung mit Bewegungs- oder Präsenzmelder automatisch Ein- und Ausschalten. Mit neuen Beleuchtungsanlagen sind Einsparungen bis 60% möglich.
Lüftungsanlage Die Lüftung sollte nur während der Arbeitszeit laufen. Die Luftmenge zu Kühlzwecken kann meistens reduziert werden. Im Sommerbetrieb ist eine Nachtauskühlung zu prüfen, im Winterbetrieb gewinnt man mit einem Wärmetauscher etwa 60% Wärme zurück. Ab 4 kW Leistung und Laufzeiten von über 1000 Jahresstunden lohnt sich eine genauere Untersuchung der Lüftung.
Klimatisierung In Computerräumen darf die Temperatur bis auf 26 °C steigen, ohne dass die Zuverlässigkeit beeinträchtigt wird. In der kalten Jahreszeit kann auch nur mit Aussenluft gekühlt werden und die Abwärme zum Heizen des Büroraumes verwendet werden. Jedes Grad höhere Raumtemperatur spart Kühlleistung.
Server, USV An einer USV (Anlage zur unterbruchsfreien Stromversorgung) sollten nur die wichtigen Geräte angeschlossen werden. In den meisten Fällen sind die Anlagen stark überdimensioniert und haben entsprechend hohe Bereitschaftsverluste. Vor dem nächsten Ersatz der Stützbatterie ist zu prüfen, ob die USV nicht gerade durch ein kleineres Gerät ersetzt werden soll.
Warmwasser Eine Warmwassertemperatur von 55 °C ist ausreichend. Bei geringem Warmwasserbedarf ist ein kleiner 30 l Boiler direkt bei der Zapfstelle energieeffizienter als eine Begleitheizung. In manchen Bürogebäuden kann die Warmwasseranlage auch ganz abgeschaltet werden.
Raumtemperatur Die Raumtemperatur ist so einzustellen, dass niemand ein "Elektroöfeli" braucht aber es auch nicht nur bei offenem Fenster aushält. Ausserhalb der Bürozeiten sollte die Temperatur automatisch abgesenkt werden. Thermostatventile sind zu empfehlen. Eine Luftbefeuchtung ist selten erforderlich. Für wärmeempfindliche Personen gibt es elektrisch beheizte Fussmatten.
Eine um 1 Grad tiefere Raumtemperatur spart rund 6% Heizenergie.

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