Energieeffizienz im Natursteinwerk


Zuletzt aktualisiert von Rolf Gloor am 08.09.2011

Bei der Steinverarbeitung werden Steine zersägt und geschliffen. Die jährlichen Kosten für diamantbeschichtete Werkzeuge übersteigen die für die Elektrizität. Die grossen automatisierten Maschinen arbeiten in Geisterschichten auch ausserhalb der Arbeitszeit und sind die dominanten Stromverbraucher. Bei der Steingewinnung wird vor allem Druckluft gebraucht. Mit dem angrenzenden Steinbruch zusammen wird pro Tonne Stein zusätzlich etwa 50 Liter Dieselöl für die schweren Fahrzeuge gebraucht.
Natursteinwerk Ziel Durchschnitt
60% 70% Steinsägen
5% 10% Druckluft
7% 10% Wasseranlagen
8% 10% Diverse
80% 100% Summe Stromverbrauch
Aufteilung des Stromverbrauchs eines Steine verarbeitenden Betriebes.
(Quelle: 2 Grobanalysen von Gloor, 2000)

Kennzahlen

VergleichsgrösseDurchschnittZielwert
Stromverbrauch pro Tonne Endprodukt 800 kWh/to 400 kWh/to
Der spezifische Stromverbrauch hängt stark vom Verkaufsprodukt ab,
je dünner die Platten, desto höher liegt der spezifische Verbrauch.
(Quelle: 2 Grobanalysen von Gloor, 2000)

Energiesparmassnahmen

ProzessMassnahmeBemerkungen
Produktionsmaschinen

Die meisten Maschinen haben viel grössere Motoren als das Werkzeug aushält (Verschleiss). Um die Eisenverluste der Motoren zu reduzieren, könnten Sie mit reduzierter Spannung (Sternschaltung, Neuwicklung, Phasenanschnitttechnik, Frequenzumrichter) betrieben werden.

Wenn die automatischen Maschinen mit ihrem Programm fertig sind, so haben sie sich und ihre Zusatzeinrichtungen (Druckluft, Wasser ...) auch abzuschalten.
Bei der Gattersäge könnte das Schleifmittel mit einer mechanischen Schöpfeinrichtung (etwa 5 kW) anstelle der robusten leckreichen Pumpe (15 kW) gefördert werden.

Bei einem 55 kW Motor rund 1 kW Einsparung. Bei 5000 Stunden etwa 1000 Franken im Jahr. Vor der Umsetzung muss der Motor zuerst ausgemessen werden.

10 kW Leerlaufleistung bei 10 Wochenstunden ergeben 5000 kWh pro Jahr (rund 1000 Franken).

Druckluftanlage Die grossen Bearbeitungsmaschinen benötigen wenig oder keine Druckluft. Ausserhalb der Arbeitszeit sollten zur Vermeidung von Leckverlusten die übrigen Stränge abgetrennt werden oder für die Automaten ein eigener kleiner Kompressor eingesetzt werden.
Mit Druckluft betriebene Werkzeuge (wie Saugheber) sind, wenn möglich, durch Effizientere zu ersetzen (wie Einzelgebläse).
Die Kompressoren sollten in den Werkstätten betrieben werden. In der kalten Jahreszeit heizen sie mit der Abwärme und ersetzen so die üblichen Elektroheizungen.
Bei jährlichen Kompressorlaufzeiten welche über der Arbeitszeit liegen, sind erhebliche Einsparungen (Verschleiss und Energie) zu erwarten.
Elektrowerkzeuge sind viel energieeffizienter als Druckluftwerkzeuge.
Moderne schallgedämmte Kompressoren sind leiser als die gebräuchlichen Produktionsmaschinen.
Wasseranlage Das für die Steinverarbeitung notwendige Wasser (Grössenordnung von m³/min) kann mit drehzahlgeregelten Pumpen bedarfsgerecht geliefert werden. Eine geregelte 7 kW Pumpe kostet rund 3000 Franken und spart jährlich etwa 15'000 kWh (3000 Franken) Strom.
Elektroheizungen Ersatz der Elektro-Direktheizungen durch Abwärmenutzung der Kompressoren, Wärmepumpen (Kühlwasser) oder Ölheizungen. Ab 5 kW Heizleistung und 2000 Stunden pro Jahr zu prüfen.
Fahrzeuge Die Motoren sollten konsequent beim Warten abgestellt werden. Regelmässige Kontrolle der einzelnen Betriebsstunden und des Treibstoffverbrauchs (Liter/h). Erhöhung der Betriebssicherheit und Einsparung von Dieselöl.

Weitere Informationen

  • NVS, Natursteinstein-Verband Schweiz, Bern

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