Energieeffizienz in der Wäscherei


Zuletzt aktualisiert von Rolf Gloor am 08.09.2011

In einer grossen Wäscherei (Mehr als 1 Tonne Wäsche pro Tag) wird für die Mangen (Bügelautomaten) Wärme auf dem Niveau von 150 °C benötigt. Aus diesem Grund ist meistens eine fossil betriebene Dampfanlage installiert. Pro Kilogramm Wäsche wird etwa 6 Rappen für Elektrizität, 30 Rappen für Heizöl oder Gas und 4 Rappen für das Wasser verbraucht.

Je grösser und besser ausgelastet eine Wäscherei ist, desto geringer ist der spezifische Energie- und Wasserverbrauch.

Wäscherei Ziel Durchschnitt
15% 30% Lüftung
20% 25% Antriebe
7% 10% Beleuchtung
5% 10% Druckluft
5% 10% Heizungsinfrastruktur
8% 10% Prozesswärme
4% 5% Diverse (Büro ...)
64% 100% Summe Stromverbrauch
Anteil der Stromverbraucher in einer grösseren Wäscherei. Der Stromverbrauch macht nur etwa 10% des gesamten Energieverbrauchs aus. (Quelle: Schätzung Gloor)

Kennzahlen

VergleichsgrösseDurchschnittZielwert
Stromverbrauch pro kg Wäsche 0,4 kWh/kg 0,1 kWh/kg
Energieverbrauch pro kg Wäsche 3,0 kWh/kg 1,0 kWh/kg
Wasserverbrauch pro kg Wäsche 25 Liter/kg 8 Liter/kg
Spezifische Energieverbrauchswerte einer Wäscherei. (Quelle: 2 Grobanalysen Gloor, 2008)

Energiesparmassnahmen

ProzessMassnahmeBemerkungen
Produktionsplanung Je höher die Auslastung, desto geringer ist der spezifische Energieverbrauch. Bei schwacher Auftragslage ist mit voller Leistung aber reduzierter Produktionszeit zu arbeiten. Nebst Energie und Wasser werden dadurch auch die Personalkosten reduziert.
Lüftungsanlage Mit einer geregelten Lüftungsanlage lässt sich die Abluft aus der Wäscherei stufenlos einstellen. Mit einer Abwärmenutzungsanlage wird auch noch die Abwärme genutzt. Anlagen ab 4 kW Ventilatorleistung und Laufzeiten von mehr als 1000 Stunden pro Jahr sind genauer zu untersuchen.
Abwärmenutzung Eine Wäscherei müsste gar keine Raumheizung haben. Von den Waschstrassen, Tumbler und Mangen fällt soviel Abwärme in der Raumluft und im Abwasser an, dass mit einer Abwärmenutzungsanlage auch Nachbarbetriebe versorgt werden könnten. Je nach Zustand, Grösse und den Betriebskosten der aktuellen Gebäudeheizung zu überdenken. Eine Vorwärmung des Waschwassers mit dem Abwasser sollte rentabel sein.
Wärmedämmung Die Leitungen, Armaturen und die Mangen sind oft nur mit einer ungenügenden Wärmedämmung versehen. Mit einer stärkeren Dämmung reduziert sich der Energieverbrauch, die zur Kühlung notwendige Lüftungsleistung und das Raumklima für die Mitarbeiter verbessert sich. Die Reduktion des u-Wertes um 0,5 W/m²K kostet etwa 50 Franken pro Meter. Sie spart bei 120 °C Temperaturdifferenz und 3000 Betriebsstunden 180 kWh (10 Franken) Wärmeenergie im Jahr.
Einzelmaschinen Waschmaschinen für Sonderaufträge könnten an das Warmwassernetz angeschlossen werden. Bei Neuanschaffungen sind energieeffiziente Geräte zu wählen. Je nach den Kosten für die aktuelle Warmwasseraufbereitung.
Automatische Anlagen In der Waschstrasse und bei den Mangen laufen viele Aggregate wie Hydraulik, Pumpen und Sauggebläse durchgehend, auch wenn keine Wäschestücke im Einflussbereich liegen. Mit einer Steuerungsmodifikation kann die Laufzeit reduziert werden. Die Laufzeitreduktion einer 3 kW Pumpe um 200 Stunden im Jahr spart 600 kWh (120 Franken) und kostet je nach vorhandener Steuerung fast nichts.
Heizungsanlage Die meisten Heizungsanlagen sind überdimensioniert. Zusätzlich sollte die Einschaltzeit so eingestellt sein, dass die Wärme erst kurz vor dem Prozessbeginn bereit steht. Beim Abschalten gelten die gleichen Überlegungen. Für die Raumheizung sollten Thermostatventile eingesetzt werden. Das Einstellen von falsch gehenden Uhren (Stromausfall, Sommer/Winterzeit) ist praktisch gratis und reduziert die Bereitschaftsverluste.
Beleuchtung Die Deckenbeleuchtungen im Fensterbereich und in einzelnen Bereichen sollten einzeln abgeschaltet werden können. Eine automatische Lichtregelung zahlt sich innerhalb von 5 Jahren.
Druckluftanlage Für die meisten Druckluftverbraucher reicht ein Netzdruck mit 6 bar Überdruck. Druckluftanlagen sollten ausserhalb der Arbeitszeit automatisch abgestellt werden. Ab einer Kompressorleistung von 5,5 kW lohnt sich meistens eine Optimierung.
Leistungsspitze In Wäschereien kann die Leistungsspitze durch eine geschickte Koordination des Ablaufprogrammes (Waschen, Tumbler, Mangen) um etwa 15% reduziert werden. Ab 60 kW Spitzenleistung können Lastoptimierungsgeräte wirtschaftlich eingesetzt werden.
Blindstrom Wenn die Blindstromkosten 700 Franken pro Jahr übersteigen, lohnt sich oft die Anschaffung einer Blindstromkompensationsanlage. Schon ab 300 Franken Blindstromkosten kann eine Einzelkompensation in Frage kommen.
Energiebuchhaltung Mit dem regelmässigen Ablesen der Verbrauchszähler von Heizöl, Gas, Elektrizität und Wasser kann die Energieeffizienz pro kg Wäsche laufend überwacht werden. Die Energiebuchhaltung ist die Grundlage für eine stetige Optimierung.

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