Elektro ist Zukunft, darüber sind sich Unternehmen, Regierungen und auch viele Bürgerinnen und Bürger in Europa einig. Bis 2050 soll Europa gemäss des Pariser Klimaabkommens CO2-Neutralität erreichen. Die Corona-Pandemie hat in Ländern wie Deutschland hierbei sogar einen positiven Effekt, denn durch den Rückgang an Industrie und Verkehr konnten Treibhausemissionen soweit reduziert werden, dass die festgelegten Klimaziele wider Erwartens erreicht werden könnten. In der Schweiz präsentiert sich dies anders, denn hier gibt es weniger Schwerindustrie und die Stromproduktion ist bereits CO2-arm. Damit ist die Pandemie bestenfalls neutral für das Erreichen der Klimaziele.

Einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leistet die Elektromobilität. Fahrzeuge mit reinem Elektromotor und sogenannte Plug-In-Hybride sind im Kommen. Zwar machen Elektroautos weniger als 1% der Schweizer Kraftfahrzeuge aus, bei den Neuzulassungen sieht dies jedoch anders aus. 2019 waren über 4% der verkauften Neuwagen elektrisch, womit die Schweiz nunmehr Platz 5 im Klassement der europäischen Länder mit dem höchsten Anteil an Elektrofahrzeugen einnimmt. Zwar gibt es in der Schweiz keine bundesweite Umweltprämie wie in Deutschland, jedoch gibt es je nach Kanton verschiedene Förderungen, die zum Kauf eines Elektrofahrzeuges anregen sollen. Neben Erleichterungen bei der Ausfuhr kann an vielen Orten gratis Strom geladen werden. Die Kantone Thurgau und Wallis bieten eine Umweltprämie zwischen 3000 und 4000 CHF an und die kantonale Motorfahrzeugsteuer ist für saubere und energieeffiziente Fahrzeuge vermindert oder entfällt komplett, eine Übersicht dazu gibt es hier.

Tesla baut aus

Bei der Fortentwicklung der Elektromobilität spielt die Marke Tesla hinter dem Multitalent Elon Musk weiterhin eine entscheidende Rolle. 2021 wird die in Berlin-Brandenburg geplante Gigafactory 4 ihren Betrieb aufnehmen und hauptsächlich Batterien produzieren. Diese bilden das Herz der erneuerbaren Energien und stehen im Zentrum des Innovationsdranges. Gerade Batterien für Elektrofahrzeuge, für gewöhnlich Lithium-Ionen-Zellen, verbessern sich in ihrer Speicherkapazität kontinuierlich. Auch die Angst um knappe Ressourcen ist nicht berechtigt, denn ein Grossteil der verwendeten Materialien (Kobalt, Nickel und weitere) kann wiederverwendet werden.

Doch hier hören die Innovationen nicht auf und besonders interessant sind neuartige Batterien auf Kunststoffbasis. Diese sind nicht nur in der Herstellung energieeffizienter, sondern auch in der Entsorgung. Der Prototyp einer Natrium-Ionen-Batterie wie aus dem Verbundprojekt Transition besteht auf der Anodenseite aus Hartkohlenstoff auf Biomassebasis in Kombination mit wässrigen Bindemitteln und Aluminium als Stromabnehmer sowie auf der Kathodenseite aus Übergangsmetalloxiden. Verbesserte Struktur-Eigenschaftsbeziehungen bilden darüber hinaus die Voraussetzung für kontrollierte elektrochemische Reaktionen. Für die Elektromobilität werden diese Natrium-Ionen-Batterien die Lithium-Zellen zumindest kurz- und mittelfristig nicht ersetzen, aber ergänzen.

Innovationen wie diese sind der Schlüssel, um fossile Brennstoffe in Zukunft zu ersetzen, ohne dabei wirtschaftliche Einbussen zu tragen.