Im Urlaub will man es sich natürlich so richtig gut gehen lassen. Daher sollte die Ferienunterkunft idealerweise alle Annehmlichkeiten bieten, die man sich so vorstellen kann. Doch das Ganze hat im wahrsten Sinne des Wortes seinen Preis - gerade in Zeiten, in denen die Strompreise immer weiter steigen. Vor allem Annehmlichkeiten wie Klimaanlage, Sauna, Whirlpool oder ein beheizter Pool können dabei schnell zum Strom- und damit auch zum Geldfresser werden.

Doch auch die reguläre Ausstattung eines Ferienhauses oder einer Ferienwohnung können die Energiekosten in die Höhe treiben - man denke da beispielsweise an ältere Elektrogeräte wie Kühlschrank oder E-Herd aus Zeiten, in denen Energieeffizienz noch kein Thema war.

Wie sehr sich die Energiekosten auf die Urlaubskasse auswirken hängt natürlich auch vom Urlaubsland ab. Während die Kilowattstunde etwa in Bulgarien mit durchschnittlich 10 Rappen zu Buche schlägt, muss man beim Urlaub im Ferienhaus auf Mallorca hingegen mit einem Strompreis von rund 32 Rappen rechnen - zumindest zu Spitzenlastzeiten, doch dazu später mehr.

Um bei der Nebenkostenabrechnung nicht aus allen Wolken zu fallen, hilft es also ungemein, die größten Energiefresser in Ferienunterkünften und deren Verbrauch zu kennen.


Energieverbrauch in der Ferienwohnung - wo lauern versteckte Energiefresser?

Schaut man sich Angebote für Ferienhäuser genau an, findet man im Kleingedruckten oftmals den Hinweis “Obligatorische Nebenkosten, zu zahlen an den lokalen Dienstleister, nach tatsächlicher Belegung bzw. tatsächlichem Verbrauch”.

Dieser Hinweis ist ein klares Indiz dafür, dass viele Vermieter die Energiekosten nicht per Pauschale, sondern über den tatsächlichen Verbrauch abrechnen. Das ist gerade bei größeren und gut ausgestatteten Ferienhäusern verständlich.

Als Urlauber sollte man daher ein Bewusstsein dafür haben, welche Ausstattungselemente in etwa wie viel Strom verbrauchen um bei der Endabrechnung keine böse Überraschung zu erleben. Zur Orientierung kann dabei die untenstehende Tabelle dienen.


Beispielhafter Verbrauch von gängiger Ferienhaus-Ausstattung

Nachfolgend der beispielhafte Energieverbrauch für einige gern gewählte Ausstattungen bei Ferienunterkünften.

Ausstattung

Durchschnittliche Leistung

Laufzeit pro Tag

Gesamtverbrauch pro Tag

Klimaanlage

2,5 kW

5 Stunden

12,5 kWh

Umwälzpumpe für Pool

0,5 kW

10 Stunden

5 kWh

Elektrische Poolheizung

2 kW

6 Stunden

12 kWh

Sauna

7 kW

2 Stunden

14 kWh

Whirlpool

3 kW

2 Stunden

6 kWh

Neben dem Verbrauch sind natürlich auch die Kosten zu beachten, die man für die insgesamt verbrauchten Kilowattstunden zahlen muss. Dieser Preis kann sich je nach Urlaubsland mitunter sehr stark unterscheiden.

Faktor Urlaubsland: Was kostet der Strom in beliebten Ferienregionen?

Während die obige Darstellung nur den Stromverbrauch aufzeigt, muss zur genauen Kalkulation der Kosten natürlich auch der Strompreis hinzugezogen werden. Doch dieser unterscheidet sich von Land zu Land - und das zum Teil deutlich.

Für alle, die etwa ein Ferienhaus auf Mallorca ihr Eigen nennen oder planen ein solches zu buchen, gab es erst vor kurzem interessante Neuigkeiten zum Strompreis. Denn dieser befindet sich nicht nur auf dem dritthöchsten Stand aller Zeiten, sondern soll darüber hinaus in Zukunft in unterschiedlichen Zeitfenstern mit unterschiedlich hohen Preisen abgerechnet werden.

Konkret geht es dabei um drei Zeitfenster:

Período punta (P1): Wochentags zwischen 10 bis 14 Uhr und zwischen 18 bis 22 Uhr. In dieser Periode ist der Strom mit durchschnittlich rund 32 Rappen pro Kilowattstunde am teuersten
Período llano (P2): Wochentags zwischen 8 bis 10 Uhr, 14 bis 18 Uhr und 22 bis 24 Uhr. In dieser Periode ist der Strom mit durchschnittlich 20 Rappen pro Kilowattstunde deutlich günstiger als in der Spitzenverbrauchszeit
Período valle (P3): Nachts von 0 bis 8 Uhr sowie rund um die Uhr an Wochenenden und Feiertagen. In dieser Periode ist der Strompreis mit durchschnittlich 16 Rappen pro Kilowattstunde am günstigsten

Vor diesem Hintergrund wird es für Urlauber im Ferienhaus also noch wichtiger Strom flexibel zu nutzen, um die Zeit vor Ort möglichst energieeffizient zu gestalten, um hohe Stromkosten und damit mögliche Nachzahlungen bei der Endabrechnung zu vermeiden.

Doch wie sieht es außerhalb von Mallorca aus? Das zeigt die untenstehende Tabelle mit dem Durchschnittlichen Strompreis anderer beliebter Urlaubsländer.


Durchschnittliche Stromkosten pro kWh in beliebten Urlaubsländern

Land

Durchschnittlicher Strompreis pro kWh

Dänemark

31 Rappen

Deutschland

33 Rappen

Frankreich

21 Rappen

Griechenland

18 Rappen

Italien

24 Rappen

Kroatien

14 Rappen

Niederlande

15 Rappen

Österreich

23 Rappen

Portugal

23 Rappen

Spanien

24 Rappen

Schweden

20 Rappen

Ungarn

11 Rappen

Quelle: Eurostat

Ruft man sich jetzt noch einmal die weiter oben stehende Tabelle mit dem durchschnittlichen Stromverbrauch ins Gedächtnis kann man schnell berechnen, wie sich die Strompreise des Feriendestination auf die Energiekosten für den Urlaub auswirken.

Nehmen wir mal das Beispiel einer Klimaanlage mit einer Leistung von 2,5 kW: lässt man diese im Ferienhaus auf Mallorca für 5 Stunden am Tag laufen, werden so zu Spitzenlastzeiten Kosten von rund 4 Franken pro Tag anfallen. In einer Unterkunft in Bulgarien müsste man im gleichen Szenario hingegen nur mit Kosten von rund 1,38 Franken pro Tag rechnen - ein Unterschied, der sich durchaus im Portemonnaie bemerkbar machen kann.