Energieeffizienz im Parkhaus


Zuletzt aktualisiert von Rolf Gloor am 01.08.2011

In einem Parkhaus sind Beleuchtung und Lüftungsanlage die grossen Stromverbraucher. Bei Parkhäusern und Tiefgaragen gibt es sehr grosse Unterschiede beim spezifischen Stromverbrauch. Es gibt offene Parkhäuser ohne Lüftung und dauernd geöffnete Tiefgaragen über mehrere Etagen.

Einsparungen bei der Beleuchtung dürfen nicht auf Kosten des Sicherheitsgefühls gehen, das heisst, die Beleuchtungsstärke soll sich der Benutzung anpassen. Die Sicherheit kann auch mit Alarmtastern, Videokameras und speziellen Zonen (Frauenparkplätze) verbessert werden. Bei der Lüftung geht es um 2 Aufgaben. Zum einen soll der CO-Gehalt unter 100 ppm und NO2 unter 5 ppm für einen 15 Minuten Aufenthalt bleiben, zum anderen soll im Brandfall der Rauch abgezogen werden.

Parkhaus Ziel Durchschnitt
25% 74% Beleuchtung
10% 20% Lüftung
5% 6% Lift, Automatisierung, Überwachung
40% 100% Summe Stromverbrauch
Aufteilung des Stromverbrauchs in einem mehrstöckigen Parkhaus mit 3000 m² Nutzfläche. Grün: Zielwert, Rot: Einsparpotential
(Quelle: Schätzung Gloor)

Kennzahlen

VergleichsgrösseDurchschnittZielwert
Lüftungsleistung pro m² Fläche 0,3 W/m² 0,2 W/m²
Volllaststunden Lüftung pro Jahr 2871 h/a 2871 h/a
Elektrizitätsverbrauchs Lüftung pro m² Fläche und Jahr 0,8 kWh/m²a 0,5 kWh/m²a
Beleuchtungsleistung pro m² Fläche 3,0 W/m² 2,0 W/m²
Volllaststunden Beleuchtung pro Jahr 2130 h/a 1030 h/a
Elektrizitätsverbrauchs Beleuchtung pro m² Fläche und Jahr 6 kWh/m²a 2 kWh/m²a
Der spezifische Energieverbrauch kann je nach Parkhaus und Betriebszeit stark variieren.
(Quelle: SIA 380-4, Anhang C, 2006)

Energiesparmassnahmen

ProzessMassnahmeBemerkungen
Abschalten

Wenn ein Parkhaus geschlossen ist, dann können auch alle nicht sicherheitsrelevanten Anlagen abgeschaltet werden.

Ein Hauptschalter für die ganze Anlage ist dafür ideal.
Beleuchtung

Nach SIA 380-4 ist in einem Parkhaus nur eine Beleuchtungsstärke von 75 lx erforderlich. Durch eine helle Farbgestaltung der Decken, der Wände und der Böden kann diese Beleuchtungsstärke mit etwa 1 bis 2 W Leistungsaufnahme pro m² realisiert werden.
Mit Bewegungsmelder kann dafür gesorgt werden, dass das Licht nur brennt, wenn Personen in diesem Sektor anwesend sind.
Als Hintergrundlicht können auch einige wenige Lampen dauernd oder über eine längere Zeitverzögerung betrieben werden.
Zur Sicherheit dient die Notbeleuchtung als Grundbeleuchtung zum Beispiel mit LED.
Im Ein- und Ausfahrtsbereich sollte die Beleuchtungsstärke automatisch der Aussenhelligkeit angepasst werden.

Auch im Bereich der Treppen kann mit Bewegungsmelder Lichtleistung eingespart werden.
Im Kassabereich sollte bei Personenpräsenz die Lichtstärke bei 300 lx liegen.

Lüftungsanlage

Wenn pro Etage und Sektor eine geregelte Lüftungsanlage installiert ist, dann kann über Gassensoren genau soviel frische Luft eingebracht werden, um den zulässigen Sollwert nicht zu überschreiten. Anstelle von empfindlichen CO und NO2 Sensoren kann auch ein günstiger und robuster CO2 Sensor mit einem Sollwert zwischen 1000 und 2000 ppm einsetzt werden. Wichtig ist, dass der Sensor nicht zu hoch montiert ist, ideal ist eine Höhe von 1,5 m über Boden.
Die erforderliche elektrische Leistung steigt mit der dritten Potenz der geförderten Luftmenge.

Anlagen ab 4 kW Ventilatorleistung und Laufzeiten von mehr als 1000 Stunden pro Jahr sind genauer zu untersuchen.
Liftanlage Auch im Lift können Energiesparlampen eingesetzt werden.  
Parkleitsystem

Mit einem guten zuverlässigen Parkleitsystem werden Suchfahrten reduziert. Dadurch reduziert sich auch die Betriebszeit für die Beleuchtung und die Lüftung.
Je nach Installation und Belegung können temporär auch bestimmte Etagen gesperrt werden.

Mit einem guten Parkleitsystem erhöht man auch die Kundenzufriedenheit.

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