Energieeffizienz in Kurzform


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Zuletzt aktualisiert von Rolf Gloor am 05.06.2013

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In der Schweiz werden pro Jahr 240 TWh (240 Milliarden kWh) Energie konsumiert, das macht pro Einwohner 32'000 kWh Energie oder 3600 W Dauerleistung aus, was deutlich mehr als die 2000 W pro Erdbewohner ist. Der schweizerische Energieverbrauch teilt sich in folgende etwa gleich grosse 3 Bereiche auf.

a) Gebäude

Der Energieverbrauch der 1,2 Millionen Gebäude in der Schweiz kann durch folgende Faktoren massiv reduziert werden:

  • Gebäudekonzept: Ideal ist ein kompaktes kleines Gebäude mit grosszügigen Fensterflächen auf der Sonnenseite und einer guten Beschattung in der heissen Jahreszeit.
  • Wärmedämmung: Ein energieeffizientes Gebäude hat durchgehend 20 cm Dämmstärke und Fenster mit 3 Scheiben. Das Gebäude benötigt 20 kWh (entspricht 2 Liter Heizöl) Heizenergie pro Jahr und m² beheizter Fläche, das ist 8 mal weniger als der Durchschnitt.
  • Lüftung: Verringerung der Wärmeverluste durch das Stopfen von Lecks. Stosslüften oder eine Komfortlüftungsanlage sorgen für eine unkritische Raumfeuchte. Ein dauernd schräg gestelltes Fenster verursacht etwa 1500 kWh (150 Liter Heizöl) Wärmeverlust pro Jahr.
  • Raumtemperatur: Eine Reduktion der Raumtemperatur um 1 °C senkt den Energieverbrauch um 6%. Bei längerer Abwesenheit kann die Innentemperatur bis auf 6 °C abgesenkt werden. Das Aufheizen benötigt immer weniger Energie als das dauernde auf Temperatur halten.
  • Heizung: Mit energieeffizienten Heizungsanlagen kann im Durchschnitt etwa 10% Energie eingespart werden. Bei einer Heizungserneuerung sollte die Nutzung von Sonnenenergie, Abwärme, Biomasse (Holz) geprüft werden.

b) Prozesse

Energie für Warmwasser, Waschen, Beleuchtung, Holzsägen usw. kann systematisch wie folgt eingespart werden:

  • Abschalten: Was nicht benötigt wird, sollte abgeschaltet werden, wenn möglich automatisch, vor allem bei hohen Leistungen und langen Pausen.
  • Optimierung: Viele Anlagen kann man durch deren Einstellungen energieeffizienter betreiben. Zum Beispiel ein Boiler mit 55 °C Solltemperatur oder eine Druckluftanlage mit 6 bar.
  • Leistungsanpassung: Es soll jeweils nur soviel geliefert werden, wie benötigt wird. Zum Beispiel benötigt ein Ventilator, welcher 10% langsamer läuft, 25% weniger Leistung.
  • Dimensionierung: Nur so gross wie nötig. Zum Beispiel hat ein kleiner Kühlschrank einen geringeren Stromverbrauch als ein energieeffizienter Grosskühlschrank.
  • Systemwahl: Für viele Aufgaben gibt es verschiedene Lösungen. Zum Beispiel ist für die schnelle Erwärmung eines Babyschoppens der Mikrowellenofen die energetisch beste Lösung.
  • Komponentenwahl: Bei Investitionsentscheidungen sind die Kosten über die Lebensdauer zu berücksichtigen. Typisches Beispiel ist die Energiesparlampe.
  • Unterhalt: Mit einem guten Unterhalt wie zum Beispiel dem Reinigen von Filter oder Wärmetauscher reduziert man nicht nur die Energiekosten, man erhöht auch die Zuverlässigkeit und Lebensdauer.

c) Mobilität

In der Schweiz gibt es 4 Millionen Autos. Der Treibstoffverbrauch kann durch folgende Massnahmen verringert werden:

  • Kurzstrecken: Viele Strecken kann man zu Fuss oder mit dem Velo zurücklegen. Man muss dann auch weniger oft ins Fitnessstudio fahren.
  • Koordination: 2 Personen in einem Auto brauchen nur halb so viel Energie wie 2 Personen in 2 Autos.
  • Verkehrsmittel: Eine Reise mit dem öffentlichen Verkehr braucht im Allgemeinen am wenigsten Energie. Vor Ort hilft, wenn nötig ein Taxi oder ein Mietauto, zum Beispiel Mobility.
  • Wohnort: Mit einer kurzen Distanz zwischen Wohn- und Arbeitsort spart man Zeit, Nerven und Energie.
  • Planung: Wahl der besten Route und der besten Reisezeit zur Vermeidung von Verkehrstaus.
  • Autowahl: Ein leichtes Fahrzeug mit deutlich unter 1000 kg Leergewicht sollte weniger als 5 Liter Treibstoff auf 100 km benötigen.
  • Ausrüstung: Unnötigen Ballast vermeiden und Dachträger bei Nichtgebrauch demontieren. Reifen mit geringem Rollwiderstand einsetzen und regelmässig den Reifendruck kontrollieren.
  • Fahrweise: Vorausschauendes und zügiges Fahren im höchst möglichen Gang. Im Stillstand Motor abschalten. Klimaanlage nur betreiben, wenn erforderlich.

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